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6/28/2010

Nana topic from www.nanamouskouri.qc.ca


UNICEF-Aufruf mit internationalen Persönlichkeiten 100 Stunden vor der WM
Kinderrechte in Afrika verwirklichen
Lebenschancen der Kinder im südlichen Afrika weltweit am schlechtesten
7. Juni 2010

Exakt 100 Stunden vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika rufen internationale Persönlichkeiten gemeinsam mit UNICEF zur Verwirklichung der Kinderrechte in Afrika auf. Die UNICEF-Botschafter Sir Roger Moore und Nana Mouskouri, das Top-Model Julia Stegner, die Schauspielerin Katja Riemann, der Star-Geiger Julian Rachlin und die UNICEF-Botschafterin für Kinder im Krieg, Mariatu Kamara, appellieren gemeinsam an Regierungen, Medien und Öffentlichkeit, die WM in Südafrika als „Anstoß“ für die Verwirklichung der Rechte der Kinder in Afrika zu nutzen.

Anlässlich des Aufrufs präsentierte UNICEF neueste Fakten zur Situation von Kindern in Afrika. Danach sind in den Ländern südlich der Sahara die Chancen von Kindern zu überleben, zur Schule zu gehen und vor Ausbeutung und Missbrauch geschützt zu werden weltweit, am schlechtesten:


Im Jahr 2008 starben in Afrika allein 4,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren – das ist rund die Hälfte aller Todesfälle bei Kindern weltweit. Die meisten Kinder starben an vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten.
Zwar gelang es, mehr Kinder in die Schule zu bringen. Doch noch immer geht im südlichen Afrika jedes dritte Kind nicht zum Unterricht. Schätzungsweise 45 Millionen Kindern, vor allem aus den ärmsten Familien und auf dem Land, ist das Recht auf Bildung vorenthalten.
Während weltweit extreme Armut zurückging, stieg die Zahl der Menschen, die von einem Dollar am Tag leben, im südlichen Afrika allein nach der Jahrtausendwende um über 90 Millionen an. Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise verschärft gegenwärtig die Situation noch. Die Folge: jedes dritte afrikanische Kind zwischen fünf und 14 Jahren muss arbeiten. Das ist weltweit der höchste Anteil an arbeitenden Kindern.
Im südlichen Afrika haben 14 Millionen Kinder Vater, Mutter oder beide Elternteile durch AIDS verloren. Das sind mehr Kinder, als in Deutschland leben.



„Die Fußball-Weltmeisterschaft ist eine Chance, die Vielfalt Afrikas zu entdecken. Wir wollen mit UNICEF die Aufmerksamkeit aber auch nutzen, um für die Verbesserung der dramatischen Lebensumstände vieler Kinder in Afrika einzutreten. Jedes Kind in Afrika braucht einen Platz in der Schule“, sagte der internationale UNICEF-Botschafter Sir Roger Moore.

„Es ist nicht hinnehmbar, wenn heute in fast jedem Winkel Afrikas Mobiltelefone funktionieren und trotzdem weiter Kinder an Durchfall sterben, weil selbst einfachste Medikamente fehlen“, sagte Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. „Die Verantwortung, dies zu ändern, liegt in erster Line bei den betroffenen Ländern. Aber sie brauchen dafür unsere Unterstützung“.

UNICEF-Aktionen während der WM in Südafrika
Das WM-Land Südafrika ist der Wirtschaftsmotor der Region. Gleichzeitig sind die sozialen Gegensätze enorm. Allein im vergangenen Jahr wurden dort rund 50.000 Kinder Opfer von Gewalt. Schätzungsweise 850.000 Kinder müssen arbeiten. Es wird befürchtet, dass im Zuge des Weltereignisses die Ausbeutung von Kindern sowie Kinderhandel zunehmen könnten. Deshalb hat UNICEF zusammen mit seinen Partner verschiedene Aktionen gestartet.


So werden alleine an fünf Standorten von FIFA-Fanfesten spezielle Kinderschutzzonen eingerichtet. Sie dienen als Anlaufpunkt für Kinder, die allein unterwegs sind oder ihre Angehörigen suchen.
Ende Mai startete bereits die Aufklärungskampagne „Rote Karte gegen sexuelle Ausbeutung“. Führende Hotels und Mietwagenunternehmen beteiligen sich daran. Rote Karten mit Infos und Telefonnummern werden an Tankstellen verteilt.
Insgesamt 21 große Sportfeste werden während der WM ausgerichtet, die gleichzeitig als Aufklärungsveranstaltungen für Kinder und Jugendliche dienen zu den Themen AIDS, Missbrauch und Ausbeutung.
In Deutschland rufen auf einem bundesweiten Aktionstag am 16.6. ehrenamtliche UNICEF-Gruppen unter dem Motto „Gib ab! Deine Stimme für Schulen für Afrika“ dazu auf, mit einer Unterschrift ein Zeichen für das Recht auf Bildung zu setzen.

UNICEF in Afrika
UNICEF setzt sich in jedem afrikanischen Land dafür ein, dass Kinder ausreichend ernährt werden, Zugang zu Gesundheitsversorgung haben, eine Schule besuchen können und vor Ausbeutung geschützt werden. So gelang es beispielsweise zusammen mit vielen Partnern, seit 2000 die Zahl der Todesfälle durch Masern um 90 Prozent zu senken. Auch der Zugang zu Medikamenten für die Behandlung bei HIV-Infektionen von Kindern hat sich stark verbessert. Millionen Familien erhielten imprägnierte Moskitonetze zum Schutz vor Malaria. Und von der Aktion „Schulen für Afrika“, die UNICEF Deutschland 2004 startete, haben bislang rund 3,6 Millionen Kinder profitiert.

Doch bis heute wachsen viele Kinder in Afrika in einem permanenten, kaum wahrgenommenen Ausnahmezustand auf. In keiner anderen Weltregion verstärken sich Naturkatastrophen und von Menschen gemachte Krisen so stark. Die Folgen des Klimawandels, die globale Finanzkrise, Konflikte und Instabilität verstärken sich in manchen Ländern wechselseitig. In vielen Ländern stehen die Chancen schlecht, die so genannten Millenniums-Entwicklungsziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen.



Bei Rückfragen und Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an die UNICEF-Pressestelle, 0221/93650-315 oder -237

Sendefähiges Bildmaterial und Fotos sind vorhanden.

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